Zeit und das Jahr 2015

Liebe Klienten, Freunde und Kollegen der Praxis Ressourcen für Körper und Psyche.

Was darf ich Ihnen, Euch und uns Allen für das Jahr 2015 wünschen?

Wie wäre es mit Zeit?

2014 hat sich in meinem Leben beruflich und privat Vieles verdichtet und stabilisiert.

Und so wunderschön es war und ist zu sehen, wie Menschen wachsen – so wichtig ist auch, mir der Möglichkeit bewusst zu sein, dass ich mich mitnehmen lasse in diese Dynamik, in die Freude am Erreichten und irgendwann den Boden verliere. Und dann nicht mehr präsent bin für die Menschen, wenn sie mich in anders, d.h. mehr in der Tiefe brauchen.  Daher nehme ich mir immer genug Zeit während eines Jahres für mich, für die Menschen, die anderen Lebewesen und die Dinge, die ich liebe.

Das tut mir als Heilpraktikerin gut und natürlich auch in meinem privaten Leben. Und so werde ich es 2015 auch halten. Warum eigentlich? Weil ich denke, wir alle wachsen, solange wir leben.

Und Wachsen ist kein linearer Prozess von links unten nach rechts oben.

Wir wachsen in Wellen. Es gibt Schübe nach Vorne und Zeiten der Krise, meist vor dem nächsten Wachstumsschritt. Und Zeiten der Ruhe, Plateaus.

In den Phasen der Krise können wir wahrnehmen, was Bestand hat an dem neu Entdeckten, und was wir noch einmal überprüfen können oder sollten. Eine Möglichkeit zur Neuorientierung tut sich auf.

Plateauphasen dienen der Neuorganisation auf den tiefen Ebenen. Unabdingbar für Reifung und Stabilisierung des Erreichten. Sie brauchen in diesen Zeiten Nichts zu tun, Sie dürfen sich hängen lassen.

Und irgendwann zieht oder schiebt es uns auch immer wieder nach „Oben“. Oder nach „Vorne“. In das Neue. Manchmal heiß ersehnt und zugleich eventuell gefürchtet. Weil es eben neu ist. Aber wir können nicht anders, es zieht uns dorthin.

Wenn Sie den Eindruck haben, ich formuliere diese Dynamiken zu passiv, dann kann ich Sie gut verstehen.

Mir liegt daran, diese kostbare Erfahrung mit Ihnen zu teilen: wir können im Leben Vieles tun, Viel machen. Aber das wirklich Wichtige, so erlebe ich es, können wir damit nicht „schaffen“. Das wirklich Wichtige, zumindest war das in meinem Leben bisher so, geschieht. Ergibt sich. Entfaltet sich.

Aber wir können natürlich viel machen – und auch viel Nicht machen… um den Boden für das Wichtige vorzubereiten. Und dieses (sich) Vorbereiten kann in sich selbst schon große Freude bereiten.

Zum Beispiel Heilung. Heilung ist für mich ein Vorgang mit einer ähnlich tiefen Qualität wie Geburt oder Tod. Diese drei Lebensbewegungen passieren einfach. Wir können uns gegen diese drei Dinge nicht wehren, sie geschehen uns.

Wir können aber den Weg freimachen dafür, dass wir diese drei essentiellen Dinge: das im Leben immer wieder neu geboren werden, Heilung, den Tod, diese große Wandlung, annehmen und bewusst erfahren können. Sicher, blockieren können wir auch, aber darum geht es nicht hier, denn wollten Sie das, würden Sie diesen Beitrag erst gar nicht lesen…

Gelingt es uns, den Weg freizumachen, dann wird unser Leben tiefer und reicher, und auch wenn das herausfordernd sein mag, letztlich auch sinnvoller und glücklicher. Was  brauchen wir, dass uns dies gelingt?

Zeit. Freiräume, in denen wir spüren können, was wirklich wichtig ist für uns. Jede und Jeder von uns hat eine andere, eigene Art, sich diese Zeit zu nehmen. Entweder mit einer Aktivität, die uns gefällt. Oder dadurch, dass wir einfach mal mitten am Tag im Bett bleiben. Oder sonstwie.

Ich z.B. sitze nach einem wunderschönen Spaziergang im Wald jetzt in meinem Frauenberger Praxisraum und die Sonne scheint mir auf Schreibtisch und Laptop. Und nehme mir Zeit für diesen Artikel.

Unser kleiner Kater nimmt auf meinem Schoss seinen üblichen Mittagsschlaf und schnarcht. Dieser Kater findet übrigens immer, wirklich immer, das, was ihm gut tut. Von ihm lässt sich viel lernen…

Draußen ist die Natur still. Alles geht seinen Lauf. Und ich bin dankbar für das Leben.

Danke für Ihr Vertrauen in diesem Jahr. Ich wünsche Ihnen, dass Sie am morgigen Tag der heiligen Drei Könige Zeit haben für sich, so wie es Ihnen taugt. Dass Sie diesen Tag, und auch die letzte ihm vorausgehende Raunacht so verbringen können, wie Sie es sich wünschen und als Übergang in das Neue erleben können.

Und ich wünsche mir ein wunderschönes, gesundes und glückliches 2015. Für Sie, für mich. Und für die Welt, von der wir alle ein kleiner und wichtiger Teil sind. Denn nur mit Ihnen, mit mir und allen anderen fühlenden Wesen, die ihr Leben mit uns teilen, leuchtet die Welt so, wie sie es nun einmal tut.

Jeden Tag aufs Neue.

Mit herzlichem Gruß vom Frauenberg,

Ihre Sophia von Hofacker

“Ressourcen für Körper und Psyche” BLEIBT IN MÜNCHEN. Zusätzlich Termine in Frauenberg bei Landshut.

Liebe Leser,

mich haben Mails erreicht, ob ich die Praxis in München schliesse, weil ich mich im letzten Blog verschrieben habe. Hier also ganz offiziell:

Die Praxis in München bleibt. Da ich seit Anfang des Jahres im wunderschönen Frauenberg  lebe und Gelegenheit habe, meine Arbeit in der Gegend um Landshut vorzustellen (Vorträge) werde ich Mittwochs auch in Frauenberg Termine anbieten.

Langfristig kann ich mir vorstellen, bis zu drei Tage die Woche in Frauenberg zu arbeiten und zwei Tage in München.

Bis zum nächsten Wiedersehen oder Wiederlesen herzliche Grüße!

Ihre Sophia von Hofacker

„Ressourcen für Körper und Psyche“ in München und Landshut

Liebe Leser,

seit Juli bin ich auch in Landshut niedergelassen und behandle – im Moment immer am Mittwoch – im wunderschönen, ruhigen Frauenberg oberhalb der Isar. Geplant sind bis zu drei Tage in Landshut und zwei Tage in Frauenberg, je nachdem wie sich die Praxis entwickelt. Frauenberg liegt 10 km entfernt vom Landshuter Bahnhof, ist ca. 800 Jahre alt und hat um die 35o Einwohner. Es gibt hier keine Einkaufszentren, sondern Stille pur und zauberhaftes Gelände zum Spazierengehen nach der Behandlung. Wenn Sie auf das Bild klicken sehen Sie den Blick aus einem der Fenster des Behandlungsraumes.

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Über Ihre Anfrage per Mail freue ich mich! Wie auch über die Möglichkeit, zur Einführung meiner Praxis beginnend mit Dienstag, dem 07.10. drei Vorträge über ganzheitliche Traumatherapie halten zu dürfen. Für diese Gelegenheit bedanke ich mich herzlich bei Bernd Heinze vom Evangelischen Bildungswerk (http://www.ebwlandshut.de – klicken, es lohnt sich!).

Der heutige Beitrag ist inspiriert durch einen Satz des französischen Philosophen Blaise Pascal aus dem 17. Jahrhundert, der gerade heutzutage besonders aktuell ist.

„The body has its reasons which reason cannot reason.“

(Der Körper hat eine Vernunft, die der Verstand nicht begreifen kann)

In Weggis am wunderschönen Luzerner See hörte ich diese Worte zum ersten Mal von meinem geschätzten Lehrer Peter Levine. Das ist ca. zehn Jahre her – und mir immer noch gegenwärtig.

„Der Körper hat eine Vernunft, die der Verstand nicht begreifen kann.“

Ja, spüre ich mit 20jähriger Erfahrung als Heilpraktikerin, 30jähriger Erfahrung mit Meditation und über 50 Jahren Lebenserfahrung – ja, das fühlt sich stimmig an. Denn tatsächlich ist die Vernunft des Körpers / die Körperweisheit zentraler Focus sowohl im Somatic Experiencing als auch in der biodynamischen craniosacralen Osteopathie.

Lassen Sie uns mit dem Verstand beginnen. Der analytische Verstand verarbeitet Erfahrungen, damit wir zielführender und schneller handeln können. Eine Art Computer, wertvoll für das Überleben und das gute Leben – einschränkend, wenn er das Einzige ist, auf das wir uns stützen. Denn dieser Computer funktioniert auf der Basis unserer Eingaben, unserer vergangenen Erfahrungen. Stützen wir uns nur auf das, was wir irgendwann einmal erfahren haben, besteht die Gefahr, dass wir uns im Kreis drehen und nur noch in der Vergangenheit bewegen. Wenn wir das überhaupt merken, finden wir uns entweder damit ab oder fangen an, nach Kompensations-möglichkeiten zu suchen. Das Leben hat aber mehr zu bieten.

Ja, es ist in der Tat möglich, bewusst und glücklich das Leben in seiner ganzen Fülle auszuschöpfen. Und dieses „Mehr“ können wir über den Kontakt zur Vernunft des Körpers, zur Körperweisheit entdecken. Wie gelingt uns das? Es ist ganz einfach: indem wir uns im Moment mehr auf den Körper einstimmen, denn der Körper ist immer in der Gegenwart. Und die Einstimmung auf die Körperweisheit funktioniert am Einfachsten über das bewusste Hinspüren, wahr-nehmen. Ein Beispiel:

Während ich dies hier schreibe, fährt der Zug durch Niederbayern Richtung München und hat soeben Freising hinter sich gelassen. Ich spüre die Bewegung in meinem Körper, sehe die Landschaft vorbeiflitzen. Neben mir sitzt eine Mutter mit Kind, die sich leise unterhalten, sonst ist es still, bis auf das Geräusch der Tasten und das Geräusch des Zuges. Ich spüre mich hier sitzen, nehme wahr, wie sich Worte, Sätze bilden (Funktion des Verstandes) und sehe sie auf dem Bildschirm erscheinen. Während ich dies schreibe, bin ich wieder einmal berührt davon, wie einfach das Leben sein kann, wie perfekt. Mein Verstand ist zwar nicht ganz ruhig, aber gelassen auf eine Sache konzentriert.

Haben Sie gemerkt, wieviel in diesem Absatz Körperwahrnehmung war und wie wenig Verstand? Genau, überwiegend Körperbewusstsein, etwas Verstand, komplett angemessen für die Situation.

Auch Sie können jederzeit ihr Spürbewusstsein nutzen, jetzt, in genau diesem Moment. Wo sind Sie z.B., während Sie diesen Text lesen. Was können Sie in sich oder/und in Ihrer Umgebung wahrnehmen. Wie geht es Ihnen mit den Worten, die Sie aufnehmen. Was verändert sich in ihrem Körper. Was fühlen Sie, und was denken Sie (Verstand). Was geschieht, wenn Sie sich auf die Erfahrungen mit Ihrem Spürbewusstsein einlassen. Ich rate: es entsteht mehr Ruhe. Sie spüren sich mehr, oder sie spüren mehr von sich.

Das Spürbewusstsein, die nicht wertende Wahr-nehmumg („ich halte für wahr, was ich erlebe“), öffnet uns Türen zu mehr von uns selbst. Und nicht nur zu mehr, sondern zu etwas Tieferem, etwas mit mehr Verbindung. Dies wiederum macht Prozesse wie Denken, unser Fühlen und unser Handeln in sich und miteinander harmonischer. Lässt uns als Menschen ganzer und heiler werden.

Wenn das allein nicht reicht, z.B. in Fällen von Trauma oder anderen Situationen, die unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden einschränken, dann können Methoden wie Somatic Experiencing und Cranio hilfreich wirken, eben weil sie die Körperweisheit als wesentliche Ressource für den therapeutischen Prozess nutzen. Der Verstand wird mit einbezogen, zwar nicht als höchste Instanz, wohl aber als wertvoller Teil des Gesamterlebens. SE und Cranio lassen sich, weil sie auf unterschiedliche Weise die Körperweisheit nutzen, auch gut kombinieren.

Somatic Experiencing hilft Ihnen, die instinktiven Prozesse der Selbstregulation bewusst wahrzunehmen, im wesentlichen dadurch, dass die Therapeutin sie spiegelt, immer im Einklang der Resilienz, also dem, was entspannt möglich ist. Und manchmal auch am Rande der Resilienz, damit etwas Neues geschehen kann. Da immer das, was wir aufmerksam wahrnehmen, klarer zutage tritt, können wir so die Selbstregulation unterstützen und stärken.

Cranio stärkt den bewussten und klaren Kontakt zum Körper als Ganzes, in Stille und in Lebendigkeit. Dabei kommt gerade im biodynamischen Cranio der Stille eine besondere Bedeutung zu. An bestimmten Stellen halte ich den Körper, Füsse, Becken, Kopf, immer im Einklang mit dem, was möglich, angenehm, hilfreich erlebt wird. So kann der Körper zur Ruhe kommen. In dieser Ruhe können sich seelische und körperliche Prozesse klären. Der Organismus kommt in tieferen Kontakt mit seinen profunden Kräften der Selbstheilung. Das ist entweder ein langsamer, ruhiger Vorgang, oder, wenn nötig, kann ich Techniken der visceralen oder parietalen Ostoepathie nutzen, um durch direktere, anatomisch gezielte und dennoch sanfte Einwirkung Blockaden zu lösen, damit der Organismus sich als Ganzes auf einer neuen, freieren Ebene organisieren kann. Währenddessen ist es nicht nötig, dass der Klient „mitarbeitet“ –bewusstes Wahrnehmen allerdings ist immer willkommen. Nur: selbst wenn man einmal während einer Craniobehandlung einschlafen sollte, passt das. Dann ist das ein willkommener Ausdruck der Körperweisheit.

Die Welt weitet sich, wenn wir über unsere Gedanken hinausgehen und zulassen können, dass der Körper zu uns spricht. Und dem zuhören können, was er uns zu sagen hat. Und was dann wächst, hat immer mit Verstehen, Freiheit und Liebe zu tun.

Haben Sie Dank, geschätzte Leserin, geschätzter Leser für diesen inneren Dialog mit Ihnen! Herzliche Grüße vom Frauenberg,

 

Ihre

Sophia von Hofacker

FRÜHLING…

Frühling…..!

Was passiert in der Natur? Das Licht kommt zurück. Und mit ihm die Wärme. Vögel beginnen zu singen. Grün überall. Die ersten Blätter an den Kirschbäumen erscheinen – ich weiß noch, wie die Nachbarn sie zurückgeschnitten haben im Herbst und freue mich auf die süßen Kirschen im Sommer.  Die Rosensträucher zeigen erste Ansätze zur Knospe – daß wir sie im Herbst mit Kompost aus dem Garten gedüngt haben, war wohl genau richtig. Ja wir haben Einiges richtig gemacht, aber das Wichtigste geschieht, und es geschieht – einfach.

 

Frühling:

Übertragen auf uns Menschen fallen mir folgende Fragen ein:

  • Was hat mich im letzten Jahr genährt, meine Energiespeicher aufgefüllt?
  • Wie genau hat mir das gut getan?
  • Wie fühle ich mich, wenn ich mir Zeit nehme, es wahr-nehme, ihm so ganz bewusst inneren Raum gebe? Denn auch wenn diese Er-LEB-nisse längst vergangen sind: ihnen im Hier und Jetzt noch einmal nachzuspüren, lässt mich das Nahrhafte darin tief in mich aufnehmen und verdauen, sodass es mich stärken kann.

 

Und was kann seelisch im Jahr 2014 neu werden. Wenn ich eine Pflanze wäre:

  • was tut dieser Pflanze 2014 gut?
  • Ist der Boden fruchtbar genug oder braucht es Dünger – damit sie sich so richtig an Nährstoffen laben kann?
  • Was braucht sie, damit sie starke Wurzeln ausbildet und noch wiederstandsfähig wird…?
  • Wie steht es um genug Ruhe und Raum, damit sie in ihrem eigenen Rhythmus ihren Wachstumsplan vollziehen kann – (wir erinnern uns Gras wächst auch nicht schneller, wenn wir dran ziehen..!)
  • Ist eine Kur nötig, damit die lästigen Blattläuse endlich einmal anderer Wege ziehen?
  • Oder ein Schutz gegen andere Parasiten?
  • Ist ein schattigen Platz besser – oder Sonne…? Oder Abwechslung…?
  • Welchen Abstand hätte sie gern zu anderen Pflanzen..?

Sie sehen, es gibt eine Fülle an Möglichkeiten, gut für sich zu sorgen.

Und wie in der Natur ist auch beim Menschen wichtig: ja, wir können Einiges tun. Aber wir haben auf Vieles keinen Einfluss. Das, auf das wir keinen Einfluss haben, das können wir aber immer irgendwie nutzen (s.o.).

Und meine Erfahrung wird immer mehr: das Wichtigste geschieht: es geschieht einfach, es geschieht ohne viel Lärm, und bleibt daher manchmal unbemerkt.

Bis wir plötzlich sehen: oh, das ist ja keine Raupe, sondern ein Schmetterling. Oder: oh, da war doch gestern nur was Grünes – und nun eine Tulpe.

An diesem Frühlingstag wünsche ich Ihnen frei nach Reiner Kunze, dass es am Ende ein gutes 2014 gewesen sein wird. *

 

Sonnige Grüße aus der Clemensstraße,

Ihre Sophia von Hofacker

 

*(Danke und ein lieber Gruß an K.Z. für die Inspiration!)

 

20.12.2013

20.12. ……. – und wie versprochen der letzte Blog des Jahres. Oder heißt es „das letzte  Blog“? Wie auch immer – ich lasse los – und zwar die Grammatik genau wie 2013….

Ich fühle Dankbarkeit für dieses Jahr. Es war reich an Eindrücken und Veränderungen. Die Praxis hat einen großen Sprung nach vorne getan und dafür bin ich unsagbar dankbar. Ich freue mich jeden Tag, wenn ich in die Praxis komme – ich freue mich auf meine Klientinnen und Klienten (auf Sie..!). Es ist so ein schönes Gefühl, geben zu können und das aus vollem Herzen. Das wünsche ich jedem Menschen.

Und wie ist es Ihnen ergangen?

Gehören Sie zu den Menschen, die sich am Anfang des Jahres etwas vom Leben wünschen? Und dann am Ende des Jahres schauen, was das Leben ihnen dann geschenkt hat? Ich ja. Ich habe da allerdings einen kleinen Trick entwickelt.

Ich versuche mittlerweile, mit dem Leben bewusst zusammenzuarbeiten ; ). Das geht mal gut, mal weniger. Je nachdem, ob ich weiß, dass ich ein Teil des Lebens bin (gute Idee) oder denke, ich bin der Chef (weniger gut). Also genau umgekehrt wie beim Reiten… – aber wem sage ich das.

Zwischen dem 25.12. und 6.1. nehme ich mir Zeit zum Reflektieren. Gerne Nachts (bitte mal den Begriff „Rauhnächte“ googeln), aber nicht nur. Ich bin dazu meist in der Natur. Die Natur hilft mir sehr, zu mir zu finden. Weg von dem, was künstlich ist oder unruhig: Autolärm, Einkaufsgewusel.

Das geht auch in der Stadt in einem Park. Ganz unspektakulär. Reflektion ist auch gut zuhause möglich. Am Besten, wenn ich mir dazu einen speziellen Raum kreiere (s. Blog Novemberblues) und Sie werden staunen: Ich kenne Menschen, die legen sich dazu ins Bett…! Funktioniert prima!

Ich erinnere mich an das vergangene Jahr und spüre nach, wofür ich dankbar bin. Und ganz ehrlich:

Dankbarkeit ist der Schlüssel schlechthin für ein glückliches Leben und Jede/r von uns hat Irgendetwas, wofür er oder sie dankbar sein kann. Hierzu habe ich 2012 ein wunderschönes Lied in einer Kirche in Landshut gehört und per Zufall im Netz entdeckt:

Ich gestehe mir ein, was schwierig war für mich. Oder noch ist. Was ich selbst im Nachhinein hätte anders machen wollen. Mit Glück entdecke ich genau in schwierigen Situationen kleine Edelsteine, Dinge die ich lernen kann, oder Qualitäten, die sich mir erschliessen. Manchmal genau gegenteilig zu dem, wie es sich inmitten der Krise angefühlt hat. Wenn ich es alleine nicht hinbekomme, tausche ich mich dazu auch ruhig mit guten Freunden aus.

Das, wofür ich dankbar bin und was ich mir für das Neue Jahr wünsche, schreibe ich auf. Mit Füller.

Das, was ich loslassen möchte, schreibe ich ebenfalls auf, allerdings auf einen anderen Zettel. Und diesen Zettel verbrenne ich am Altjahrsabend.

Wenn Sie das ausprobieren wollen, halten Sie sich nicht an äußeren Formen oder Ritualen fest. Ich weiß mittlerweile: Jedes Ritual hat seinen Wert, genau den Wert, den wir ihm geben. Es schadet allerdings nicht, sich Inspiration zu holen in unserer eigenen oder in fremden Kulturen.

Und so gehe ich frisch und frei ins Neue Jahr.

Von ganzem Herzen Ihnen ein fröhliches und erholsames Weihnachtsfest, oder was auch immer Sie feiern! … schöne Feiertage und ein gesundes und glückliches Jahr 2014.

Herzliche Grüße aus der Clemensstrasse,

Sophia Kambylis

Novemberblues bzw. Willkommen im Dezember

Liebe Leser,
Körperlichen Ballast loszulassen, darum ging es unter Anderem letztes Mal.

Was seelischer Ballast ist, darüber habe ich in diesen Tagen erneut nachgedacht.

Seelischer Ballast kann sein: ungelöste Konflikte mit Anderen. Oder Beziehungen, Tätigkeiten, Situationen, die nicht oder nicht mehr gut tun. Diese „unerledigten Angelegenheiten“ ziehen Energie ab und beschweren uns. Grund genug, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und zu fragen: Wer oder was tut mir nicht mehr gut? Was kann ich mit wem oder was kann ich woran ändern – oder loslassen?

Hierfür brauche ich Struktur und Ruhe. Oder besser: eine Struktur, die Zeit und Raum für Ruhe ermöglicht. Spüren Sie ruhig mal nach, wie sich das in diesem Moment anfühlt: Zeit und Raum für Ruhe haben.

O…

O…

O…

Genau. Vielleicht haben Sie ja auch gerade langsamer und eventuell auch tiefer geatmet? Und gleichzeitig auch den Grund dafür erfahren, warum dieser Blogbeitrag später zu Ihnen kommt als geplant: weil auch ich mir Raum für Ruhe genommen habe.

Unser Nervensystem braucht Ruhe ebenso sehr wie Aktivität und Stimulierung. Es braucht eine gesunde Balance, so bleibt es flexibel. Diese Balance ist in unserer Zeit zugunsten von Aktivität verschoben.

Sagen wir uns also Folgendes – und unser Nervensystem hört immer mit:
o „Weniger ist mehr“
o oder mit den Buddhisten: „wir haben wenig Zeit, lasst uns langsam machen.

Was hilft mir hierbei?
Mir morgens regelmäßig (Struktur) und immer am selben Ort (Struktur) Zeit zu nehmen für eine Tasse Tee, mein Porridge (Rezept siehe letztes Blog), das Licht einer Kerze, und Stille? Abends nach der Arbeit ganz bewußt 30 min klassische Musik zu hören? Mozart, Bach, Händel und Vivaldi…? Denn die Musik dieser Komponisten und vor Allem die Musik der Epochen Renaissance und Barock ist das perfekte Beispiel für Struktur, in der Raum für Stille entstehen kann – und auch ebenso Raum für Lebendigkeit, in einer heilsamen Balance. Ein Spaziergang oder gemütlicher Lauf durch einen Park, und nur dem eigenen Atem zu lauschen? Der Besuch einer Kirche oder eines anderen sakralen Raumes – und einmal nur den Raum fühlen, der mich umgibt? Oder ein letzter Tip direkt aus meinem Leben: stricken… zusehen und zu spüren, wie durch meine Hände etwas entsteht – und dabei zur Ruhe kommen…?

Es gibt eine Unzahl einfacher Möglichkeiten und kein richtig oder falsch, nur das, was Ihnen gut tut. Wie auch immer Sie Ihre ganz eigene Struktur gestalten, in der Sie Raum für Ruhe und Stille, Loslassen und Gelassenheit erfahren können…. gönnen Sie sich das in dieser letzten Zeit, bevor das Licht am 21.12. wieder beginnt, zu wachsen.

Und wenn es dann auch noch hakt mit nötigen Veränderungen oder nötigem Loslassen: das nächste Blog in diesem Jahr kommt – sicher-  am 20.12.!

Herzlich aus der sonnigen Clemensstraße!

Ihre Sophia Kambylis

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Novemberblues – Teil 1

Heute morgen im Zug nach München habe ich eine Tafel Weihnachtsschokolade gegessen. Schokolade erhöht bekanntlich den Serotoninspiegel im Blut, und das ziemlich schnell. Und das bedeutet: (noch…) bessere Laune. Weihnachtsgewürze geben Wärme von Innen, das wußten schon unsere Vorfahren – ebenfalls eine feine Sache im November.

Was tut uns noch gut im November? (Cave: die folgenden Ideen haben keinen medizinischen Anspruch und sind für Gesunde und zur Vorbeugung gedacht.)

Körperliche Wohltaten:
Entlastung des Darms. Morgens trinke ich ein Glas abgekochtes warmes Wasser, um zu entschlacken. Oder noch besser: mache die osteopathische Leberspülung: 10 Tage lang morgens eine halbe Stunde vor dem Frühstück ein Glas warmes Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone und 1-2 Esslöffeln kaltgepresstem Olivenöl in kleinen Schlucken trinken. Noch besser entgiftet die Leber, wenn ich dieser Mischung eine Messerspitze Bockshornkleepulver hinzufüge und gut einrühre.
Und ich verzichte vor Weihnachten 1-2 Monate auf Fleisch, wobei ich sowieso fast ausschließlich Geflügel vom Biometzger esse und nur selten rotes Fleisch. Auch das reinigt den Darm: entwicklungsgeschichtlich sind wir Menschen Getreideesser, Fleisch hat seinen Eingang in den Nahrungsplan in der Steinzeit gefunden wenn Getreide Mangelware war und sollte von daher nicht zu oft gegessen werden.
Insgesamt geht es Haut und Haaren besser und auch seelisch fühle ich mich leichter und klarer nach dieser Ernährungsumstellung.

Wärme.
Ab dem Wetterwechsel Richtung Kälte und vor Allem feuchte Kälte esse ich gerne und überwiegend warm. Und warm heißt mehr als nur gekocht. Warm meint: wärmendes Essen, wärmende Getränke und wärmende Gewürze. Details finden Sie in jedem guten Buch über Traditionelle Chinesische Medizin oder 5-Elemente-Ernährung.
Hier ein paar Ideen aus unserer Küche:
Morgens: Porridge auf Wasserbasis abgeschmeckt mit Kardamom, Vanille und Zimt. Darüber gerne Rohrohrzucker oder Ahornsirup und Butter bzw. Sahne.
Mittags und Abends: Karotten-Kürbiscreme Suppe mit Ingwer, gewürzt mit Sternanis. Maiscremesuppe mit Muskatcroutons und Chili. Oder auch eine Hühnersuppe: Ganzes Huhn zerteilen und mit Suppengrün 4 Stunden auf kleiner Flamme köcheln lassen. Wurzelgemüse: Rote Beete, Pastinaken. An Getränken z.B. warmer indischer Chaitee: wir lassen 0,5 l Wasser vermischt mit Milch (oder Reismilch) aufkochen, fügen einen Teelöffel Assam hinzu, gern im Beutel, und dann noch wenig feingeriebenen Ingwer, Kardamom und wenig Zimt. Alles 10 min köcheln lassen auf kleiner Flamme. Süßen mit Ahornsirup oder Honig.

Wohltaten für die Seele:
… gibt’s spätestens in einer Woche!

Herzliche Grüße aus der gut geheizten Clemensstrasse,

Ihre/Eure
Sophia Kambylis