Reit- und andere Unfälle

Was ist typisch für Unfälle?

Das Überraschungsmoment – der Schock. Dass wir ihn nicht auflösen konnten, merken wir hieran:

• Wir trauen uns sich nicht mehr aufs Pferd / ins Auto / aufs Rad
• Sollte das klappen, kann es zu anderen Traumafolgen kommen: z.B. erwarten wir ständig den nächsten Sturz oder den nächsten Auto/Radunfall – was uns nervös werden lässt – was wiederum die Gefahr eines Unfalls erhöhen kann
• Wir fühlen uns allgemein instabiler, ängstlicher oder angespannter als früher – was auch die Gefahr eines weiteren Unfalls erhöhen oder zu chronischen Schmerzen führen kann.

Ähnliche Reaktionen sind möglich nach einer Notsectio (Not/Kaiserschnitt) oder auch einer normalen Sectio, anderen medizinischen Eingriffen, wie auch nach Überfällen oder Naturkatastrophen.

Warum?

Unser Nervensystem ist biologisch darauf ausgelegt, Gefahren für Leib oder Leben instinktiv durch Kampf oder Flucht abzuwenden bzw. ihnen zu entkommen. Dies wird im Normalfall möglich durch umgehend (ohne Nachzudenken!) in großer Menge ausgeschüttete Stresshormone, die wiederum sofort durch Kampf und Flucht verbraucht werden – sodass wir nach der Bedrohung „durchatmen und weiterleben“ können. Sollte das nicht möglich sein, fällt unser Organismus in Erstarrung.

Da Unfälle so plötzlich sind, schüttet unser Körper zwar Stresshormone aus – aber bevor wir handeln können, ist Alles schon wieder vorbei! Die Hormone kreisen durch den Körper, ohne dass sie durch Kampf oder Flucht entladen werden können.

Unser Organismus befindet sich also weiter im Stresszustand. Irgendwie wissen wir schon, dass wir den Unfall überlebt haben. Unserem Körper jedoch geht es anders: er fühlt sich erschrocken oder sogar geschockt, oder resigniert an – er ist quasi im Unfallmoment eingefroren. Es kann uns sogar passieren, dass wir Schwierigkeiten haben, unseren Körper überhaupt zu spüren. (Diese Schutzreaktion wird auch Dissoziation genannt.)

Wie können wir hier helfen?

Durch effektive Unterstützung der physiologisch verankerten, instinktiven Selbstregulation, die in jedem Organismus ständig am Wirken ist. Als SE-Anwender geht es uns vor Allem um „Entladen“ des akuten oder chronischen Stresses und der „Integration“ der freiwerdenden Energie.

Für die Behandlung heißt das:
• nicht ausgeführte oder unvollendete Kampf- oder Fluchtreaktionen lassen sich durch SE in kleinen, kontrollierten Schritten abschließen – und zwar, ohne dass die ursprüngliche Situation wiedererlebt werden muss.
• Wichtig ist hierbei: Wir bleiben direkt am Körperlichen Erleben in der Gegenwart. Daher auch „Somatic Experiencing“.
• Wir bleiben im Rahmen der individuellen Resilienz (Widerstandskraft – körperlich und geistig).

So können Stresshormone verbraucht/entladen werden. Und dann sagt nicht nur der Kopf: ich habe überlebt“ sondern wir können das spüren. Wir fühlen uns wieder ganz, wieder sicher im eigenen Körper, vertrauen dem Leben. Dem Pferd… dem Auto… dem Rad.

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Warum bin ich eigentlich so …???

Diese Frage ist in der Praxis immer wieder ein oft schmerzliches Thema. Weniger, wenn Jemand wegen eines Reit- oder Autounfalls in die Praxis kommt.* (s.u.)

Nein, diese Frage wird eher von Menschen gestellt, die mit bestimmten Themen schon lange ringen, ohne sie noch wirklich integrieren zu können.

Wie gut kann ich den Wunsch nachfühlen, sich endlich einmal verändern oder von bestimmtem Mustern befreien zu können.

Nur: eine Antwort, die mit „Weil“ beginnt, hilft in den seltensten Fällen weiter. Denn sie richtet sich oft an den Verstand, und zwar den kognitiven Teil des Verstandes, der sich zusammen mit der Sprache entwickelt. Bei rigiden Mustern geht es jedoch meist um Themen und Situationen aus der präverbalen Zeit, den ersten 1-1,5-2 Jahren des Lebens oder auch in der vorgeburtlichen Phase.

In dieser Zeit lernen wir durch das Verhalten unserer Eltern und oder weiterer Bezugspersonen viel über das Leben, was wir im „impliziten Gedächtnis“ ablegen.
Dem Gedächtnis also, das uns nicht als (z.B. bildliche) Erinnerung im Alltagsbewusstsein abrufbar zur Verfügung steht, welches jedoch  die Gestaltung unseres Verhaltens in der Gegenwart maßgeblich bestimmt.

In der frühen Kindheit brauchen wir primär Sicherheit und genügend gute Spiegelung und haben dadurch den Raum, uns selbst zu erfahren. Diese essentiellen Bedürfnisse werden erfüllt in erster Linie durch Eltern oder primäre Bezugspersonen, die gut genug auf uns eingestimmt sind und gut genug (nicht perfekt) auf unsere momentanen Bedürfnisse eingehen.

Gut genug heißt: mitfühlend, nicht mitleidend. Kontakt gebend, aber auch auf eigene Grenzen achtend. Kontaktabbrüche können vorkommen, dürfen bzw. sollten es sogar, denn wenn mit ihnen angemessen umgegangen wird, vertiefen sie die Bindung zwischen Eltern und Kind und so die Tiefe des Selbstkontaktes im Kind. Eine unserer größten Ressourcen für die Reifung zum Erwachsenen.

Mit diesem Wissen lassen Sie mich die Frage von oben umzuformulieren:

„Was brauche ich hier und jetzt, um mich sicherer in mir selbst zu fühlen? Wo und wie bekomme ich es? Wie kann ich lernen, es mir selbst zu geben? In welchen Beziehungen und Situationen kann ich dies Gefühl leichter nähren, in welchen ist das eher schwierig? Wie kann ich hier besser für mich sorgen? Was oder wer könnte mich hierbei eventuell unterstützen?“.

All diesen Fragen lässt sich gut auch in therapeutischer Begleitung nachspüren.

 

Und besonders gut geht das mit einer Kombination aus Somatic Experiencing,

srukturorientierter Traumatherapie und Craniosacraler Biodynamischer Osteopathie.

So kann alter, bindungsbedingter Stress entladen werden und sich ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität im Hier und Jetzt entstehen bzw. „nachreifen“.

Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass wir nicht mehr festhängen in dem, was einmal war und durch die Brille der Vergangenheit auf unser jetziges Leben schauen. Nein, mit Sicherheit im Hier und Jetzt wird unsere Wahrnehmung frei für das, was Jetzt und Hier geschieht, was daran uns gut tut und was wir verändern wollen.

Ich grüße Sie herzlich aus der sonnigen Clemensstrasse

und wünsche Ihnen einen heilsamen und erntereichen Frühherbst!

*Zur Behandlung von (Reit-) und anderen Unfällen von Menschen, die ansonsten stabil und gut ressourciert ihr Leben meistern, lesen Sie bitte mein nächstes Blog.

August: Augentraining!

Liebe Leser,

erneut eine Empfehlung, diesmal ein Augentraining  mit Bodil Lynderup. Ich habe selbst im Frühjahr 2013 diesen Kurs gemacht, bin begeistert und empfehle Frau Lynderup wärmstens Allen, die entweder ihre Brille loswerden oder gar nicht erst eine haben wollen. Aber ein Cave gibt es: die Übungen müssen gemacht werden, jeden Tag, 10 – 15 min. Wer das nicht möchte, kann gerne bei der Brille bleiben : ). Und so beschreibt Frau Lynderup ihre Arbeit selbst:

„Unsere Sehgewohnheit wird in der frühen Kindheit auf der Grundlage unserer Motorik und Bewegungserfahrung entwickelt. Später verwenden wir unsere Sehfähigkeit ohne darüber nachzudenken, ob es möglich ist diese zu verbessern. In den meisten Fällen ist es tatsächlich möglich, nur wir nützen diese Möglichkeit normalerweise nicht!

Wenn wir einen Baum anschauen, nehmen wir die Bildinformation „Baum“ mit Hilfe der Augen auf. Diese Information dringt durch verschiedene Schichten im Organ Auge und trifft auf die Netzhaut – insbesondere auf den „Gelben Fleck“ (Fovea Centralis). Mit Hilfe der Zellen in der Netzhaut wird das Licht in elektrische Impulse umgewandelt. Durch die Nervenbahnen ziehen die Impulse durch viele Schichten im Gehirn, bis sie zu unserem Sehzentrum im hinteren Teil des Gehirns gelangen. Hier bildet sich letztendlich unsere Wahrnehmung vom „Baum“.

Ein Teil des Augentrainings ist es zu lernen, die Augen zu bewegen, einzustellen, umzustellen und zu drehen, ein weiterer Teil die Einübung einiger notwendiger Fertigkeiten, wie z. B. die Wahrnehmung und Entspannung.

Ganzheitliches Augentraining bedeutet, dass nicht nur das Auge betrachtet wird, sondern auch die Wege der Information durch unser Gehirn. Mit beidem arbeiten wir.

Das Ziel von Augentraining ist es die Sehfähigkeit zu verbessern.

Das können wir durch verschiedene Übungen erreichen:
Entspannungs- und Bewusstseinsübungen
Kinesiologische und Akkomodationsübungen
Meditations – und vor allem Muskelübungen

Ganzheitliches Augentraining eignet sich für jeden,
egal welchen Alters.“

Wie gesagt, das kann ich nur bestätigen.

Und hier finden Sie die Augentrainerin: www.augentrainerin.de

Herzlich – Ihre Sophia Kambylis

Vortrag in der Fraunhofer Apotheke!

Übemorgen, am Donnerstag, dem 20.06.2013 halte ich wieder einen Vortrag in der schönen Fraunhoferapotheke direkt an der Isar (Reichenbachbrücke).

Thema: Salutogenese – sprich: Selbsthilfe nach Trauma
und Prävention, allgemein und traumabezogen.

Wie immer einfach aufbereitete Theorie und kurze Übungen zur Selbsterfahrung.

Ich freue mich, Sie/Dich dort kennenzulernen oder wiederzusehen.

Einlass ist ab 19:30, UKB für Kleinigkeiten und Getränke 3,-; Anmeldung nicht nötig.

 

Nach dem Vortrag ist Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit mir, falls Sie Fragen haben, die sich nicht so gut für das Plenum eignen.

Empfehlung für den Frühling: Massagen!

Liebe Leser,

heute empfehle ich Ihnen an dieser Stelle meine geschätzte und liebe Kollegin Tirza Gradwohl-Dostal.

Frau Gradwohl-Dostal gibt wunderschöne Esalen, Hawaiianische, Hot-stone und Aromaölmassagen!

Ich bin besonders froh, Frau Gradwohl-Dostal Ihnen empfehlen zu können, da ich schon seit einigen Jahren Massage aus meinem Programm genommen habe zugunsten der Traumatherapie. Die Massage fliesst bei mir in der Praxis ab und an noch ein als Teil einer Behandlung, am Ehesten noch bei Babies und Kindern, wenn ich die Schmetterlingsmassage zur Linderung von Geburtstrauma anwende.  Trotzdem bin ich aus eigener Erfahrung sowohl als Klientin als auch Gebende von der heilsamen und integrierenden Wirkung einer Massagestunde (die sich auch auf anderthalb oder zwei ausdehnen kann…) mehr als überzeugt.

Auch nach vielen Jahren melden sich in meiner Praxis Menschen, die das Bedürfnis nach bewußter und heilender Berührung haben und denen ich leider für Massage keine Termine mehr geben kann – und daher gerne an empfehlenswerte Kollegen und Kolleginnen weiterleite.

Nähere Infos über Frau Gradwohl-Dostals Angebot unter http://www.massagepraxis-grünwald.de und im Zeitungsartikel, den Sie gleich hier lesen können.

Massagepraxis Grünwald März 2013

Sonnige Grüße aus der Clemensstrasse –

Ihre Sophia Kambylis

Vortrag Trauma und Beziehung –

Vortrag Trauma und Beziehung

Endlich ist Frühling! Dazu passt, dass der Vortrag letzte Woche in der FraunhoferApotheke mit 25 Teilnehmern sehr gut besucht und auch sonst ein voller Erfolg war. Danke an Sie Alle, die den Abend auch für mich zu einer bereichernden Erfahrung haben werden lassen! Danke auch für die Offenheit, den Abend mit einer kleinen Übung ausklingen zu lassen!

Ihre Beiträge haben mich inspiriert, und da ich seit Donnerstag gefragt werde, ob ich den Vortrag wiederholen werde, hier die Antwort: Ja! Und zwar in der

Clemensstrasse 24

Donnerstag Abend, 25.04.2013

20:00 Uhr (Einlass ab 19:30).

Ich freue mich auf Sie und freue mich auch, wenn Sie die Info weiterleiten! Anmeldung wäre schön, ist aber nicht nötig.

Sonnige Grüße aus der Clemensstrasse,

Ihre Sophia Kambylis

Zum Valentinstag mein Wunsch an Sie: „Geborgen in der Welt, geborgen in mir, geborgen in Beziehung“

Heute nachmittag sass ich vorne im Büro der Clemensstrasse wie so oft und schaute aus dem Fenster.

Nach den Schneemassen, die über München niedergegangen sind, tobten die Kinder in der Sonne am Rodelberg auf dem Spielplatz gegenüber herum… das Café nebenan war angefüllt von Familien, die gemeinsam in München die Winterferien daheim bei heißer Schoggi genossen. Und wie immer inspirierte mich das, was sich vor meinem Fenster abspielt, sehr. Das Urvertrauen der Kinder zum Beispiel. Das Glück der Eltern. Die Streitereien und die Versöhnungen zwischen Groß und Klein in jeder Kombination. Nach fast zwei Jahren an diesem Platz kann ich außerdem schon sehen, wer wie viel größer geworden ist. Wachstum also auch hier… fehlt nur noch der Frühling, mir jedenfalls..!

Angeregt durch die Frage einer Klientin fragte ich mich, was meine Arbeit eigentlich ausmacht – und was mich dabei „so glücklich“ macht.

Der Titel des Posts bringt es auf den Punkt: Ganz gleich, was ein Mensch im Leben erlebt oder manchmal auch überlebt hat, die Möglichkeit, sich neu im Leben zu verankern, das Leben in seiner Fülle zu spüren und sich ihm anzuvertrauen, die Vergangenheit zu integrieren und wieder im Jetzt und auch nach vorne zu leben, diese Möglichkeit ist immer gegeben.

Und dazu, dass diese Möglichkeit zu einer gelebte Realität heranwächst – dafür setze ich mich in der Praxis ein. Jeder Schritt meiner Patienten in Richtung mehr Lebendigkeit, mehr Vertrauen, mehr Orientierung macht mich glücklich, erfreut mein Herz.

Passend hierzu halte ich meinen nächsten Vortrag in 2 Wochen über „Trauma und Beziehung“ am Donnerstag, 28.02.2013 in der schönen Fraunhofer Apotheke von den Schaffers nahe der Reichenbachbrücke. Beginn pünktlich um 20:00 Uhr, ich bin ab 19:00 Uhr da und nach dem Vortrag gibt’s bei kleinen Köstlichkeiten wie immer die Möglichkeit, mit mir in Kontakt zu kommen. Winterliche Grüße aus der Clemensstrasse, Ihre